Testen, ob ChatGPT Ihre Firma kennt: der Vier-Engine-Test

Testen, ob ChatGPT Ihre Firma kennt: der Vier-Engine-Test

Wenn Sie testen, ob ChatGPT Ihre Firma kennt, liefert ein einzelner Chat kein Ergebnis, sondern eine Anekdote. Belastbar wird der Test erst im Vergleich: dieselbe Frage in vier Engines, ohne den Firmennamen zu nennen. Wer nur ChatGPT fragt, prüft eine einzige Maschine an einem einzigen Tag.

Der übliche Test läuft anders: Firmennamen eintippen, eine korrekte Beschreibung zurückbekommen, Thema abgehakt. Das Ergebnis sagt fast nichts, weil die Maschine in dem Moment meist nur Ihre eigene Website gelesen und zusammengefasst hat. Kunden tippen aber keinen Namen ein, den sie noch nicht kennen, sondern beschreiben ihr Problem. Und das betrifft inzwischen eine Mehrheit: 76,1 Prozent der erwachsenen Schweizer Bevölkerung nutzen KI-Chatbots, gut 40 Prozent der Nutzenden als Ersatz für die Websuche (Comparis/Innofact-Umfrage, März 2026).

Eine KI-Antwort entsteht aus einer Suche, nicht aus Wissen

Chatbots sind keine eigenen Suchmaschinen. Sie zerlegen Ihre Frage und suchen nach.

Google beschreibt das für seine eigenen KI-Antworten offen: Beide Formate setzen mehrere zusammenhängende Suchen über Unterthemen und Datenquellen ab und bauen daraus die Antwort (Google Search Central). Was am Ende dasteht, hängt also davon ab, welcher Sucher darunter arbeitet und was er in dem Moment findet.

Deshalb fällt das Ergebnis pro Engine anders aus. ChatGPT greift auf einen anderen Quellen-Vorrat zu als die KI-Übersicht in der Google-Suche, Perplexity legt seine Quellen offen daneben, Gemini hängt an Googles Index. Vier Engines abzufragen ist keine Fleissaufgabe. Es ist die einzige Art, eine echte Lücke von einer Eigenheit der jeweiligen Maschine zu unterscheiden. Den ausführlichen Weg für eine einzelne Seite beschreibt Kommt meine Website bei ChatGPT vor? So testen Sie es.

Der eigentliche Befund steht in der Quellenliste

Weil die Antwort aus gefundenen Quellen zusammengesetzt wird, ist die Quellenliste der Messwert und nicht der Text darüber. Fragen Sie in jeder Engine nach: Woher stammt das? Die Antwort zeigt, ob Ihre Firma über die eigene Website in die Auskunft kommt oder über fremde Seiten, die über sie geschrieben haben.

Dieser Unterschied ist der ganze Punkt. Ahrefs hat 75'000 Marken ausgewertet und die Sichtbarkeit in Googles KI-Antworten gegen die üblichen Kennzahlen gerechnet: Erwähnungen der Marke auf fremden Seiten korrelieren mit 0,664, Verlinkungen nur mit 0,218 (Ahrefs). Das ist ein Zusammenhang, kein Ursachen-Beweis. Es heisst trotzdem: Steht in Ihrer Quellenliste ausschliesslich Ihre eigene Domain, sehen Sie noch keine Sichtbarkeit, sondern deren Vorstufe. Warum eine Engine eine Quelle überhaupt auswählt, steht in Warum ChatGPT Sie zitiert oder nicht.

EngineWonach Sie fragenWas der Test dort zeigt
ChatGPTBedarfsfrage ohne Firmennamen, danach die Rückfrage nach der QuelleOb Sie im Antwort-Set vorkommen und über welchen Weg
KI-Übersicht in der Google-SucheDieselbe Frage, abgemeldet und ohne gespeicherte SitzungOb die klassische Suche Sie in die KI-Antwort trägt
PerplexityDieselbe Frage, Quellenliste aufklappenWelche fremden Seiten über Ihre Leistung berichten
GeminiDieselbe Frage plus Nachfrage nach Anbietern in Ihrer RegionOb Sie im lokalen Vergleich überhaupt auftauchen

Das heisst: vier Läufe, dieselbe Frage. Weicht ein Ergebnis stark ab, liegt es an der Engine. Fehlt Ihr Name in allen vieren, liegt es an Ihnen.

Die Antworten schwanken von Tag zu Tag, und das entwertet den Test nicht

Der ehrlichste Einwand gegen dieses Vorgehen lautet: Dieselbe Frage liefert morgen ein anderes Ergebnis. Das stimmt. Modelle werden aktualisiert, Quellen rotieren, und eine gespeicherte Sitzung färbt die Auskunft zusätzlich ein.

Nur trifft der Einwand die falsche Grösse. Eine einzelne Nennung ist tatsächlich Zufall, und genau deshalb zählt sie nicht. Stabil über Engines und Wochen hinweg ist die Abwesenheit. Kommt Ihr Name in keiner der vier Antworten vor, ist das kein Rauschen. Der Test misst nicht, wie gut Sie dastehen. Er misst, ob Sie im Raum sind, und diese eine Aussage hält der Schwankung stand.

Die These gilt nicht überall. Wer seine Aufträge fast ausschliesslich über Empfehlung, Stammkundschaft und Ausschreibungen bekommt, misst hier etwas, das im eigenen Auftragseingang keine Rolle spielt. Und bei einem Firmennamen, der mit einem geläufigen Wort oder einer häufigen Familien-Firma kollidiert, ist das Ergebnis nicht auswertbar, egal wie oft Sie es wiederholen.

Nehmen Sie sich zwanzig Minuten. Drei Bedarfsfragen, die ein Kunde stellen würde, vier Engines, jedes Mal die Rückfrage nach der Quelle. Notieren Sie Datum und Ergebnis, in vier Wochen dasselbe noch einmal. Danach wissen Sie, ob Sie ein Sichtbarkeits-Problem haben oder ein anderes.

Disziplin für den Selbst-Test

  • Abgemeldet und im privaten Fenster fragen, sonst antwortet die Engine auf Ihre eigene Historie
  • Nie den Firmennamen nennen, sondern das Problem beschreiben, das Ihre Kunden haben
  • Nach jeder Antwort nachfassen: Woher stammt das?
  • Datum, Engine und Ergebnis notieren und in vier Wochen wiederholen
Vier Regeln, ohne die der Test seine eigene Antwort erzeugt.

Diese vier Regeln sind der Unterschied zwischen einer Messung und einem Selbstgespräch.

Der Selbst-Test zeigt die Lücke, eine Messung zeigt ihre Ursache.

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Von Google gefunden. Von KI zitiert.

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