Garagen-Websites Ostschweiz: die häufigsten Fehler

Garagen-Websites Ostschweiz: die häufigsten Fehler

Auf 821 von 1766 erreichbaren Startseiten lässt sich die Telefonnummer am Handy nicht antippen. Das sind 46,5 Prozent der Garagen und Autohäuser, deren Website Seonar im August 2026 in der Ostschweiz gemessen hat. Webdesign Autohaus klingt nach einer Gestaltungsfrage. Gemessen wurde hier etwas anderes: eine fehlende Zeile im Quelltext, dem maschinenlesbaren Bauplan hinter der sichtbaren Seite.

Die Kernbefunde

  • Auf 821 von 1766 erreichbaren Startseiten (46,5 Prozent) startet ein Tippen auf die Telefonnummer keinen Anruf.
  • 672 Startseiten (38,1 Prozent) hinterlegen keinen eigenen Beschreibungstext für das Google-Ergebnis: der höchste Wert aller elf gemessenen Branchen.
  • 592 Startseiten (33,5 Prozent) haben keine erkennbare Hauptüberschrift: auch hier steht keine der elf Branchen schlechter da.
  • Von den 2070 geprüften Web-Adressen antworten 93 gar nicht mehr, 63 haben kein gültiges Sicherheitszertifikat, 32 liefern eine Fehlerseite.
Eigene Messung, Garagen und Autoservice, 2070 Web-Adressen, August 2026.

Gemessen hat Seonar: Ein Programm hat im August 2026 jede der 2070 Web-Adressen abgerufen und gegen eine feste Merkmalsliste geprüft. Wie die Messung lief und was sie nicht zeigt, steht unten in einem eigenen Abschnitt.

Befund 1: Auf 821 von 1766 Startseiten startet ein Tippen auf die Nummer keinen Anruf

Auf einem Handy wird eine Telefonnummer erst durch einen Verweis zum Anruf. Fehlt er, steht sie als reiner Text da.

46,5 %

Startseiten ohne Anruf-Verweis

Ein Tippen auf die Telefonnummer startet dort keinen Anruf.

Eigene Messung von Seonar, August 2026. Bezugsmenge: 1766 erreichbare Startseiten.

Technisch ist das ein tel:-Verweis, dieselbe Mechanik wie bei einem gewöhnlichen Link, nur dass das Gerät das Tastenfeld mit der fertig eingetippten Nummer öffnet (MDN Web Docs: Das HTML-Element a). Auf 821 der 1766 erreichbaren Startseiten fehlt er.

Ohne ihn braucht der Anrufer vier Handlungen statt einer: Nummer merken, Seite verlassen, Tastenfeld öffnen, zehn Ziffern eintippen. Am Schreibtisch ist das eine Lappalie. Neben einem Auto mit Warnblinker, einhändig, bei Regen, ist jede davon ein möglicher Ausstieg zurück in die Trefferliste.

Der zweite Kontaktweg steht kaum besser da: Auf 814 der 1766 Startseiten fehlt eine anklickbare E-Mail-Adresse, 46,1 Prozent. Die beiden häufigsten Befunde treffen den Kontakt selbst, nicht das Aussehen der Seite.

Gar nicht für Mobilgeräte gebaut sind dagegen nur 122 der 1766 Startseiten, also 6,9 Prozent. Der fehlende Anruf ist kein Nebeneffekt alter Technik: Google nimmt für den Index ohnehin die mobile Fassung einer Seite (Best Practices für die Mobile-First-Indexierung). Die Seite ist längst fürs Handy gebaut, der kürzeste Weg zum Betrieb nicht.

Befund 2: 672 Betriebe überlassen Google den Text, mit dem sie im Suchergebnis stehen

Unter dem blauen Link im Google-Ergebnis stehen zwei Zeilen Text. Wer sie nicht selbst hinterlegt, überlässt Google die Wahl: Die Suchmaschine schneidet dann einen beliebigen Satz aus der Seite.

Auf 672 der 1766 erreichbaren Startseiten fehlt dieser hinterlegte Beschreibungstext, also auf 38,1 Prozent: der höchste Wert aller elf gemessenen Branchen. Die niedrigste liegt bei 24,7 Prozent.

In diesen zwei Zeilen steht, was der Betrieb macht: welche Marken, Abschleppdienst, Klimaservice, Occasionen, Samstagsöffnung. Steht dort der angeschnittene Cookie-Hinweis, ist die Zeile verschenkt.

Dasselbe Muster zeigt sich beim Teilen. Auf 750 der 1766 Startseiten (42,5 Prozent) fehlen die Angaben, aus denen WhatsApp, LinkedIn oder Facebook eine Vorschau bauen: das kleine Bild samt Titel für den Chat. Wo Empfehlungen im Vereinschat weiterwandern, verlieren sie genau dort ihr Gesicht.

Befund 3: 592 Startseiten sagen der Maschine nicht, worum es auf der Seite geht

Jede Seite hat eine grosse Überschrift zuoberst, an der ein Mensch erkennt, wo er gelandet ist. Eine Maschine liest sie nur dann, wenn sie im Quelltext auch als Überschrift markiert und damit von gewöhnlichem Text unterscheidbar ist.

Auf 592 der 1766 erreichbaren Startseiten fehlt diese Markierung, also auf 33,5 Prozent. Auch das ist der höchste Wert der elf Branchen, die niedrigste liegt bei 21,9 Prozent.

Ein Firmenname, der als Bild im Kopfbereich liegt, ist für das Auge eine Überschrift und für die Maschine ein Bild. Mit dem fehlenden Beschreibungstext zusammen ergibt das ein Muster: Diese Startseiten sind fürs Auge gebaut, nicht für die Maschine, die sie einordnen soll.

Beim Seitentitel, dem blauen Link im Google-Ergebnis, ist die Branche dagegen fast sauber: Er fehlt nur auf 24 der 1766 Startseiten, also auf 1,4 Prozent.

Die vollständige Auswertung zeigt alle 15 Befunde dieser Branche

Die drei Befunde oben sind eine Auswahl, keine Rangfolge. Hier alle 15 geprüften Merkmale, sortiert nach Häufigkeit.

DIE SECHS HÄUFIGSTEN BEFUNDETelefonnummer nicht antippbar46,5 %Keine anklickbare E-Mail-Adresse46,1 %Keine Vorschau beim Teilen42,5 %Kein Beschreibungstext bei Google38,1 %Keine erkennbare Hauptüberschrift33,5 %Kein Inhaltsverzeichnis für Google29,3 %Basis: 1766 erreichbare Startseiten von 2070 geprüften Web-Adressen
Auswahl nach Häufigkeit: die 6 häufigsten der 15 gemessenen Merkmale. Alle 15 stehen in der Tabelle darunter. Eigene Messung von Seonar, August 2026.
BefundAnzahlBezugsmengeQuote
Telefonnummer lässt sich am Handy nicht antippen8211766 erreichbare Startseiten46,5 %
Keine anklickbare E-Mail-Adresse8141766 erreichbare Startseiten46,1 %
Beim Teilen erscheint keine Vorschau7501766 erreichbare Startseiten42,5 %
Kein eigener Beschreibungstext im Google-Ergebnis6721766 erreichbare Startseiten38,1 %
Keine erkennbare Hauptüberschrift5921766 erreichbare Startseiten33,5 %
Kein Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen5181766 erreichbare Startseiten29,3 %
Kein Symbol im Browser-Tab3381766 erreichbare Startseiten19,1 %
Nicht für Mobilgeräte gebaut1221766 erreichbare Startseiten6,9 %
Tote Links in der Navigation1111766 erreichbare Startseiten6,3 %
Unsichere Inhalte auf einer sicheren Seite941766 erreichbare Startseiten5,3 %
Die Domain antwortet gar nicht mehr932070 geprüfte Adressen4,5 %
Kein funktionierendes Sicherheitszertifikat632070 geprüfte Adressen3,0 %
Die Startseite liefert einen Fehler322070 geprüfte Adressen1,5 %
Kein Seitentitel241766 erreichbare Startseiten1,4 %
Die Startseite ist für Google gesperrt81766 erreichbare Startseiten0,5 %

Das heisst: Die Häufigkeit sagt nichts über die Schwere. Die schwersten stehen unten: Eine Web-Adresse, die gar nicht mehr antwortet, ist ein Totalausfall, und das betrifft 93 Betriebe. Ein fehlendes Symbol im Browser-Tab kostet dagegen nichts ausser Wiedererkennung, und das betrifft 338.

Zwei Zeilen brauchen eine Übersetzung. Ein Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen ist eine maschinenlesbare Liste aller Unterseiten, die eine Suchmaschine in einem Zug abrufen kann. Und unsichere Inhalte auf einer sicheren Seite heisst: Die Seite ist verschlüsselt, lädt aber einzelne Bilder oder Skripte unverschlüsselt nach.

Beim Anruf-Verweis liegen Garagen im Mittelfeld, bei zwei Befunden auf dem letzten Platz

Dieselbe Messung lief über elf Branchen und 24'328 Web-Adressen, davon 20'096 mit erreichbarer Startseite. Verglichen sind die sechs Befunde mit derselben Bezugsmenge. Damit lässt sich fragen, was eine einzelne Branche nicht beantwortet: Garagen-Problem oder Schweizer KMU-Problem? Platz 1 in der rechten Spalte heisst am häufigsten betroffen, Platz 11 am seltensten.

BefundGaragenAm stärksten betroffen
Telefonnummer nicht antippbar46,5 %Platz 6 von 11
Keine anklickbare E-Mail-Adresse46,1 %Platz 4 von 11
Keine Vorschau beim Teilen42,5 %Platz 2 von 11
Kein Beschreibungstext bei Google38,1 %Platz 1 von 11
Keine erkennbare Hauptüberschrift33,5 %Platz 1 von 11
Kein Inhaltsverzeichnis für Google29,3 %Platz 2 von 11

Das heisst: Der Befund, der am lautesten klingt, ist der unauffälligste. Beim Anruf-Verweis liegen Garagen mit 46,5 Prozent unter dem Schnitt aller elf Branchen von 49,0 Prozent, also im Mittelfeld. Fitnessstudios liegen bei 67,4 Prozent, Umzugsfirmen bei 29,8 Prozent.

Auffällig wird die Branche anderswo. Beim Beschreibungstext im Google-Ergebnis und bei der Hauptüberschrift steht keine der zehn anderen Branchen schlechter da. Beides betrifft die Darstellung, nicht den Kontakt.

Diese Messung gehört zu einer Reihe über elf Branchen der Ostschweiz. Den Blick über alle Branchen zusammen gibt KMU-Websites Ostschweiz: die häufigsten Fehler. Am anderen Ende des Feldes stehen Fitnessstudio-Websites Ostschweiz und Umzugsfirmen-Websites Ostschweiz.

So prüfen Sie Ihre eigene Website in vier Schritten

821 von 1766 Startseiten, 46,5 Prozent: das ist die Zahl dieser Messung. Über einen einzelnen Betrieb sagt sie nichts. Die Gegenprobe braucht das eigene Handy, nicht den Rechner im Büro, und deckt alle drei Befunde ab.

  1. Die eigene Startseite am Handy öffnen, im Mobilfunknetz statt im WLAN, und auf die Telefonnummer tippen. Startet der Anruf?
  2. Dasselbe mit der E-Mail-Adresse. Öffnet sich das Mailprogramm?
  3. Die eigene Firma googeln und die zwei Zeilen unter dem blauen Link lesen. Geschriebener Satz über den Betrieb, oder maschineller Ausschnitt (Cookie-Hinweis, Anfahrt)?
  4. Auf der Startseite ganz nach oben und die grosse Zeile zuoberst mit dem Finger markieren. Geht das nicht, ist sie ein Bild und für eine Maschine keine Überschrift.

Passiert bei Schritt 1 nichts, fehlt der Verweis hinter der Nummer. In den gängigen Redaktionssystemen ist das eine Einstellung: Die Nummer wird als Anruf-Verweis hinterlegt statt als Text. Für Schritt 2 gilt dasselbe.

Fallen Schritt 3 oder 4 durch, fehlt eine Angabe im Quelltext: der eigene Beschreibungstext, die Markierung der Hauptüberschrift. Beides wird einmal hinterlegt und gilt danach für jeden Besucher. Welche Bereiche eine vollständige Prüfung darüber hinaus abdeckt, steht in Was gehört in ein SEO-Audit? Die vier Bereiche. Was eine solche Prüfung in der Schweiz kostet, in Was kostet ein SEO-Audit in der Schweiz?.

Wann das kein Problem ist

Drei Fälle, in denen die 46,5 Prozent ohne Bedeutung sind.

Die Auslastung kommt nicht über die Startseite. Eine Markenvertretung, deren Servicetermine über Importeur und Flottenverträge laufen, verliert an einer nicht antippbaren Nummer wenig. Die Website ist dort Nachweis, kein Kanal.

Der Anruf läuft ohnehin über den Google-Eintrag. Wer bei einer Panne sucht, kann direkt aus dem Unternehmensprofil anrufen, ohne die Website zu öffnen. Dort kostet der fehlende Verweis nichts. Das ist der stärkste Einwand gegen den ganzen Befund, und er hält.

Die Nummer ist ohnehin gespeichert. Wo die Kundschaft sie im eigenen Telefon hat, trifft der Befund Erstkontakte, nicht Stammkunden.

Wo der zweite Einwand nicht mehr hält, ist der zweite Blick. Wer zwischen zwei Werkstätten schwankt, wer wissen will, ob die eigene Marke betreut wird, ob am Samstag offen ist, landet auf der Website. Wer dort abspringt, meldet sich nicht, um es zu erklären. Deshalb fällt der Mangel lange niemandem auf.

Was aus diesen Zahlen folgt

46,5 Prozent der erreichbaren Garagen- und Autohaus-Startseiten starten am Handy keinen Anruf, wenn jemand auf die Nummer tippt: 821 von 1766. Bei zwei weiteren Befunden, dem Beschreibungstext im Google-Ergebnis und der Hauptüberschrift, steht die Branche schlechter da als alle zehn anderen.

Das sind Handgriffe, keine neue Website. Genau das ist der unangenehme Teil: Der Befund ist billig zu beheben und steht trotzdem bei fast der Hälfte der Betriebe, weil ihn am Schreibtisch niemand sieht.

Webdesign Autohaus: die Grundlage dieser Messung und ihre Grenzen

Seonar hat im August 2026 die Startseiten von 24'328 Schweizer Firmen-Websites maschinell abgerufen, verteilt über elf Branchen. 2070 davon gehören Garagen, Autohäusern und Autoservice-Betrieben und sind die Grundgesamtheit hier. 1766 davon lieferten eine auswertbare Startseite; bei den übrigen 304 ging das nicht: 116 blockierten den automatischen Zugriff, 93 antworteten gar nicht mehr, 63 hatten kein funktionierendes Sicherheitszertifikat, 32 lieferten einen Fehler. Alle Inhalts-Befunde beziehen sich deshalb auf die 1766 erreichbaren Startseiten, die Erreichbarkeits-Befunde auf alle 2070 Adressen.

Der Suchraum ist die Ostschweiz und ihr Umland: St. Gallen, Thurgau, beide Appenzell, Schaffhausen, Glarus, Graubünden, Zürich und Schwyz. Die Auswahl folgt den Kategorien des Google-Unternehmensprofils: Autoreparatur, Karosserie, Reifenservice und Mechanik. Ein Vergleich Ostschweiz gegen den Rest der Schweiz ist mit diesen Daten nicht möglich: Alle elf Erhebungen decken denselben Suchraum ab.

Gemessen hat ein Programm, kein Mensch: Es ruft je Betrieb die Startseite ab, folgt bis zu 15 Links aus der Navigation und ruft robots.txt und sitemap.xml ab, die beiden Dateien für Suchmaschinen. Jeder Befund zählt je Betrieb einmal. Google verlangt in der eigenen Checkliste für hilfreiche Inhalte ausdrücklich, offenzulegen, wo Automatisierung im Spiel war (Creating helpful, reliable, people-first content): hier war sie es in der Erhebung, nicht im Text.

Eine maschinelle Prüfung ist eng: Sie sieht, ob ein Merkmal vorhanden ist, nicht ob es gut ist und nicht, warum es fehlt. Jede Zahl hier ist deshalb eine Quote fehlender Merkmale, keine Quote verlorener Kunden und keine Aussage darüber, auf welchem Platz ein Betrieb bei Google steht. Das wäre eine Hochrechnung, und hochgerechnet wird hier nichts.

Was die Messung zeigtWas sie nicht zeigt
Ob ein Tippen auf die Telefonnummer den Anruf startetOb deswegen ein Anruf ausgeblieben ist
Ob eine anklickbare E-Mail-Adresse auf der Startseite stehtWie schnell die Seite im Mobilfunknetz lädt
Ob die Startseite antwortet und die Navigation trägtWas auf den Unterseiten steht und ob die Texte etwas taugen
Wie häufig ein Befund in dieser Branche vorkommtAuf welchem Platz ein Betrieb bei Google steht
Den Stand von August 2026Ob andere Websites auf den Betrieb verweisen

Die rechte Spalte ist die Hälfte des Bildes. Auch KI-Antworten gehören dazu: andere Frage, anderes Verfahren (Was ist GEO? KI-Suchmaschinen-Optimierung erklärt). Und die Betriebs-Liste stammt aus Google-Unternehmensprofilen, ist keine Zufallsauswahl: Wer dort keinen Eintrag hat, fehlt in diesen 2070 Adressen. Seonar verkauft SEO-Audits und hat ein Interesse daran, dass Betriebe ihre Website prüfen lassen.

Erhoben und ausgewertet von Esteban Martin, Seonar, St. Gallen. Stand der Messung: August 2026.

Wie ein solcher Befund an der eigenen Website aussieht, zeigt eine anonymisierte Beispiel-Vorschau.

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