Die Kernbefunde
- 5555 Web-Adressen von Bau- und Handwerksbetrieben in der Ostschweiz wurden im August 2026 maschinell geprüft, 4657 davon lieferten eine auswertbare Startseite.
- Auf 2148 dieser 4657 Startseiten startet ein Fingertipp auf die Telefonnummer keinen Anruf, das sind 46,1 Prozent.
- Auf 1909 Startseiten (41,0 Prozent) erscheint beim Weiterschicken des Links keine Vorschau, auf 1869 (40,1 Prozent) fehlt eine anklickbare E-Mail-Adresse.
- Nur 364 der 4657 Startseiten (7,8 Prozent) sind gar nicht für Mobilgeräte gebaut. Veraltete Technik erklärt den fehlenden Anruf also nicht.
- Über die elf gemessenen Branchen reicht dieser Befund von 29,8 bis 67,4 Prozent. Bau und Handwerk liegt mit 46,1 Prozent im Mittelfeld, trägt aber den grössten Einzelblock an betroffenen Betrieben.
Gemessen hat Seonar, ein Programm hat im August 2026 jede Adresse abgerufen und fünfzehn feste Merkmale geprüft. Wie die Messung genau lief und was sie ausdrücklich nicht zeigt, steht unten in einem eigenen Abschnitt.
Befund 1: Auf 2148 von 4657 Startseiten startet ein Fingertipp auf die Nummer keinen Anruf
46,1 Prozent der erreichbaren Startseiten haben die Telefonnummer nicht als anklickbaren Verweis hinterlegt. Ein solcher Verweis ist die Anweisung im Seitencode, die dem Telefon sagt: wähle diese Nummer. Fehlt sie, passiert beim Tippen nichts. Die Nummer steht dann als blosse Zeichenfolge da, und wer anrufen will, muss sie abtippen.
Startseiten ohne Anruf-Verweis
Ein Fingertipp auf die Telefonnummer startet dort keinen Anruf.
Gefunden werden und angerufen werden sind zwei getrennte Ereignisse. Dazwischen liegt genau eine Bewegung, und auf der Baustelle ist sie teurer als am Schreibtisch. Ein Wasserschaden am Sonntagabend, ein defekter Boiler, ein Gewerk, das kurz vor der Übergabe absagt: Da ist das Telefon der Weg, den die Website anbietet, und auf 2148 der 4657 gemessenen Startseiten führt ein Fingertipp dort ins Leere.
Die Barrierefreiheits-Norm des W3C schreibt Bedienflächen am Bildschirm nicht ohne Grund eine Mindestgrösse vor, weil ein Finger keine Mausspitze ist (Erfolgskriterium 2.5.8 Zielgrösse). Eine Nummer, die gar nicht erst als Bedienfläche hinterlegt ist, fällt aus dieser Rechnung heraus.
Befund 2: Die beiden anderen Kontaktwege fehlen auf rund 40 Prozent der Startseiten
Auf 1869 der 4657 erreichbaren Startseiten gibt es keine anklickbare E-Mail-Adresse, das sind 40,1 Prozent. Auf 1909 Startseiten erscheint keine Vorschau, wenn jemand den Link weiterschickt, das sind 41,0 Prozent.
Diese Vorschau ist die kleine Karte mit Bild, Titel und einem Satz, die in WhatsApp, in Teams oder im Mailprogramm auftaucht, sobald man eine Adresse einfügt. Sie entsteht aus Angaben, die im Seitencode hinterlegt sein müssen. Fehlen sie, kommt beim Empfänger eine nackte Adresse an, aus der niemand ablesen kann, um welchen Betrieb es geht. Ein Bauführer, der einem Kollegen einen Schreiner empfiehlt, verschickt genau so einen Link.
Damit treffen die drei verbreitetsten Befunde dieser Branche alle denselben Punkt: den Weg zum Betrieb. Den Anruf, die schriftliche Anfrage und die Weiterempfehlung per Link. Keiner davon betrifft, wie die Website aussieht.
Befund 3: Veraltete Technik erklärt das nicht, nur 364 Seiten sind nicht für Mobilgeräte gebaut
364 der 4657 erreichbaren Startseiten sind nicht für Mobilgeräte gebaut, 7,8 Prozent. Das ist der naheliegende Verdacht, und er trägt nicht: 2148 Startseiten ohne Anruf-Verweis stehen 364 Startseiten gegenüber, die technisch aus der Zeit gefallen sind.
Die grosse Mehrheit dieser Websites ist also für Mobilgeräte gebaut und hat den kürzesten Kontaktweg trotzdem nicht hinterlegt. Der fehlende Anruf ist keine Alterserscheinung, er ist eine eigene Lücke. Google wertet für den Index ohnehin die mobile Fassung einer Seite aus (Best Practices für die Mobile-First-Indexierung), die Seite ist also längst am Handy angekommen, nur der Kontaktweg nicht.
Die vollständige Auswertung zeigt fünfzehn Befunde, nicht drei
Eine kuratierte Auswahl liest sich wie eine Rangfolge der Wichtigkeit, und das wäre sie nicht. Hier stehen alle fünfzehn gemessenen Befunde, sortiert nach Häufigkeit. Verbreitet heisst nicht schwerwiegend: dass 11 Startseiten für Google gesperrt sind, wiegt für diese 11 Betriebe schwerer als ein fehlendes Symbol im Browser-Tab für 807.
| Befund | Anzahl | Bezugsmenge | Quote |
|---|---|---|---|
| Telefonnummer lässt sich am Handy nicht antippen | 2148 | 4657 erreichbare Startseiten | 46,1 % |
| Beim Teilen erscheint keine Vorschau | 1909 | 4657 erreichbare Startseiten | 41,0 % |
| Keine anklickbare E-Mail-Adresse | 1869 | 4657 erreichbare Startseiten | 40,1 % |
| Kein eigener Beschreibungstext im Google-Ergebnis | 1572 | 4657 erreichbare Startseiten | 33,8 % |
| Keine erkennbare Hauptüberschrift | 1472 | 4657 erreichbare Startseiten | 31,6 % |
| Kein Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen | 1263 | 4657 erreichbare Startseiten | 27,1 % |
| Kein Symbol im Browser-Tab | 807 | 4657 erreichbare Startseiten | 17,3 % |
| Nicht für Mobilgeräte gebaut | 364 | 4657 erreichbare Startseiten | 7,8 % |
| Tote Links in der Navigation | 333 | 4657 erreichbare Startseiten | 7,2 % |
| Unsichere Inhalte auf einer sicheren Seite | 278 | 4657 erreichbare Startseiten | 6,0 % |
| Die Domain antwortet gar nicht mehr | 248 | 5555 geprüfte Adressen | 4,5 % |
| Kein funktionierendes Sicherheitszertifikat | 195 | 5555 geprüfte Adressen | 3,5 % |
| Die Startseite liefert einen Fehler | 124 | 5555 geprüfte Adressen | 2,2 % |
| Kein Seitentitel | 67 | 4657 erreichbare Startseiten | 1,4 % |
| Die Startseite ist für Google gesperrt | 11 | 4657 erreichbare Startseiten | 0,2 % |
Vier Zeilen brauchen eine Übersetzung. Der Beschreibungstext im Google-Ergebnis ist der Satz unter dem blauen Titel in der Trefferliste; fehlt er, setzt Google selbst einen zusammen. Die Hauptüberschrift ist die grosse Zeile ganz oben auf der Seite, an der eine Maschine erkennt, worum es geht. Das Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen ist eine Liste aller Unterseiten, die eine Website den Suchmaschinen mitliefert. Und unsichere Inhalte auf einer sicheren Seite heisst: die Seite selbst ist verschlüsselt, lädt aber einzelne Bilder oder Schriften unverschlüsselt nach.
Die drei Zeilen mit der Bezugsmenge 5555 lassen sich nicht direkt neben die anderen legen: Eine Domain, die nicht mehr antwortet, hat keine Startseite, die man auf einen Anruf-Verweis prüfen könnte.
Im Vergleich der elf Branchen liegt Bau und Handwerk mit 46,1 Prozent unter dem Gesamtwert von 49,0 Prozent
Bei diesem Befund ist Bau und Handwerk nicht die schlechteste Branche. Die rechte Spalte sagt, auf welchem Platz Bau und Handwerk beim jeweiligen Befund unter den elf Branchen steht: Platz 1 heisst am häufigsten betroffen, Platz 11 am seltensten.
| Befund | Bau & Handwerk | Am stärksten betroffen |
|---|---|---|
| Telefonnummer nicht antippbar | 46,1 % | Platz 7 von 11 |
| Keine anklickbare E-Mail-Adresse | 40,1 % | Platz 8 von 11 |
| Keine Vorschau beim Teilen | 41,0 % | Platz 3 von 11 |
| Kein Beschreibungstext bei Google | 33,8 % | Platz 5 von 11 |
| Keine erkennbare Hauptüberschrift | 31,6 % | Platz 4 von 11 |
| Kein Inhaltsverzeichnis für Google | 27,1 % | Platz 3 von 11 |
Der Unterschied liegt in der Menge. 2148 der insgesamt 9844 betroffenen Betriebe über alle elf Branchen kommen aus Bau und Handwerk. Das ist der grösste Einzelblock der ganzen Messreihe, weil diese Branche mit 5555 geprüften Adressen auch die grösste ist. Eine mittlere Quote in einer sehr grossen Branche erzeugt mehr betroffene Betriebe als eine hohe Quote in einer kleinen.
Auffällig wird die Branche bei der Vorschau beim Teilen: 41,0 Prozent, dritthöchster Wert im Feld, bei einer Spannweite von 25,6 bis 43,4 Prozent über alle elf Branchen.
Diese Messung gehört zu einer Reihe über elf Branchen der Ostschweiz. Den Blick über alle Branchen zusammen gibt KMU-Websites Ostschweiz: die häufigsten Fehler. Am anderen Ende des Feldes stehen Fitnessstudio-Websites Ostschweiz und Umzugsfirmen-Websites Ostschweiz.
So prüfen Sie Ihre eigene Website in vier Schritten
2148 von 4657 Startseiten, 46,1 Prozent: das ist die Zahl dieser Messung. Über einen einzelnen Betrieb sagt sie nichts. Die Gegenprobe dauert zwei Minuten und braucht das eigene Handy, nicht den Rechner im Büro.
- Die eigene Startseite am Handy öffnen, im Mobilfunknetz und nicht im WLAN.
- Auf die Telefonnummer tippen. Startet der Anruf, oder passiert nichts?
- Dasselbe mit der E-Mail-Adresse. Öffnet sich das Mailprogramm?
- Den Link an sich selbst schicken, per WhatsApp oder Mail. Erscheint eine Vorschau mit Bild und Titel, oder kommt eine nackte Adresse an?
Passiert bei Schritt 2 nichts, fehlt der hinterlegte Verweis. Das ist in den gängigen Redaktionssystemen eine Einstellung, keine Baustelle: Die Nummer wird als Anruf-Verweis hinterlegt statt als Text. Wie aufwendig das im Einzelfall ist, hängt vom eingesetzten System ab und wurde hier nicht erhoben.
Fällt Schritt 4 durch, fehlen die Angaben für die Vorschau im Seitencode. Auch das wird einmal hinterlegt und gilt danach für jeden Link, den jemand von der Seite weiterschickt.
Was eine vollständige Prüfung darüber hinaus abdeckt, steht in Was gehört in ein SEO-Audit? Die vier Bereiche. Was eine solche Prüfung in der Schweiz kostet, in Was kostet ein SEO-Audit in der Schweiz?.
Wann das kein Problem ist
Drei Fälle, in denen dieser Befund für einen Betrieb wenig bedeutet.
Der Betrieb arbeitet ausschliesslich für Generalunternehmer und Architekten. Wo Aufträge über Ausschreibungen, Rahmenverträge und persönliche Kontakte laufen, ist die Startseite kein Kontaktweg, sondern ein Nachweis. Ein fehlender Anruf-Verweis kostet dort nichts.
Das Google-Unternehmensprofil ist gepflegt und trägt die Nummer. Dann lässt sich direkt aus dem Profil anrufen, ohne die Website je zu öffnen. Für den reinen Notfall-Anruf hält dieser Einwand vollständig. Für den kurzfristigen Auftrag hält er nicht: wer einen Schreiner für Freitag sucht, will vorher wissen, ob der Betrieb diese Arbeit überhaupt macht. Dafür öffnet er die Website, und dort endet der Weg.
Der Betrieb ist ausgelastet und will keinen zusätzlichen Anruf. Das ändert die Rechnung, aber nicht den Befund. Ein fehlender Verweis filtert nicht nach guten Aufträgen, er filtert nach Zufall. Wer aussuchen will, welche Arbeit er annimmt, braucht zuerst die Auswahl.
Ausserhalb dieser drei Fälle bleibt der Befund stehen, und er bleibt zugleich unbemerkt: ein Anrufer, der aufgibt, hinterlässt keine Nachricht.
Webdesign für Handwerker: was diese Messung zeigt und was nicht
Geprüft wurden 5555 Web-Adressen von Bau- und Handwerksbetrieben in der Ostschweiz, im August 2026. Pro Betrieb abgerufen wurden die Startseite, bis zu fünfzehn Links aus der Navigation und die beiden Dateien, mit denen eine Website Suchmaschinen den Weg durch ihre Unterseiten weist. Ein Befund zählt je Betrieb einmal. Gemessen hat ein Programm, kein Mensch und kein Sprachmodell: Das macht die Messung wiederholbar und gleichzeitig blind für alles, was ein Mensch beurteilen würde. Google fragt in der eigenen Checkliste für hilfreiche Inhalte ausdrücklich danach, ob ein Text offenlegt, wie Automatisierung an ihm beteiligt war (Creating helpful, reliable, people-first content).
898 der 5555 Adressen lieferten keine auswertbare Startseite: 331 sperren automatische Zugriffe aus, 248 Domains antworten gar nicht mehr, 195 haben kein funktionierendes Sicherheitszertifikat, 124 liefern einen Fehler. Alle Inhalts-Befunde beziehen sich deshalb auf die 4657 erreichbaren Startseiten, die Erreichbarkeits-Befunde auf alle 5555 Adressen.
Die Adressliste stammt aus Google-Unternehmensprofilen der Region. Das ist eine Vollerhebung dieser Liste und kein Zufalls-Sample der Branche: ein Betrieb ohne Eintrag fehlt in diesen 5555 Adressen. In welche Richtung das verschiebt, ist offen. Seonar sitzt in St. Gallen und hat die eigene Region gemessen, nicht den Schweizer Durchschnitt; ein Vergleich Ostschweiz gegen den Rest der Schweiz ist mit diesen Daten nicht möglich, weil keine Vergleichsgruppe ausserhalb der Region erhoben wurde.
| Was die Messung zeigt | Was sie nicht zeigt |
|---|---|
| Ob ein Tippen auf die Nummer den Anruf startet | Ob deswegen ein Auftrag an einen anderen Betrieb ging |
| Ob eine anklickbare E-Mail-Adresse vorhanden ist | Ob der Betrieb überhaupt neue Aufträge sucht |
| Ob beim Weiterschicken des Links eine Vorschau erscheint | Wie schnell die Seite im Mobilfunknetz lädt |
| Wie verbreitet ein Befund in dieser Branche ist | Auf welchem Platz ein Betrieb bei Google steht |
| Den Stand von August 2026 | Was auf den Unterseiten steht und ob die Texte etwas taugen |
Jede Zahl in diesem Text ist also eine Quote fehlender Kontaktwege, keine Quote verlorener Aufträge. Der Schritt vom einen zum anderen wäre eine Hochrechnung, und hochgerechnet wird hier nichts. Zur Offenlegung gehört auch das Geschäft dahinter: Seonar verkauft SEO-Audits und hat ein kommerzielles Interesse daran, dass Betriebe ihre Website prüfen lassen.
Erhoben und ausgewertet hat diese Messung Esteban Martin, St. Gallen, für Seonar. Stand August 2026.
Ob auf Ihrer eigenen Startseite ein Fingertipp den Anruf startet, steht auf den zwei Seiten der gratis Diagnose.
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