Die Kernbefunde
- Auf 953 von 1932 erreichbaren Immobilien-Startseiten startet ein Tippen auf die Telefonnummer keinen Anruf. Das sind 49,3 Prozent und der häufigste Befund der Branche.
- Auf 725 von 1932 ist keine Teilen-Vorschau hinterlegt, also kein Bild und kein Titel für einen weitergeleiteten Link. Das sind 37,5 Prozent.
- Auf 700 von 1932 fehlt der eigene Beschreibungstext, den Google unter dem Titel anzeigen kann. Das sind 36,2 Prozent.
- 368 der 2300 geprüften Adressen lieferten keine auswertbare Startseite. 104 antworten gar nicht mehr, 66 tragen kein funktionierendes Sicherheitszertifikat.
Gemessen hat Seonar, ein Programm hat im August 2026 jede der 2300 Adressen abgerufen und fünfzehn feste Merkmale geprüft. Wie die Messung genau lief und was sie ausdrücklich nicht zeigt, steht unten in einem eigenen Abschnitt.
Befund 1: Auf 953 von 1932 Startseiten startet ein Tippen auf die Telefonnummer keinen Anruf
49,3 Prozent, der häufigste Befund der Branche. Gemessen ist genau eines: Auf der Startseite ist die Nummer nicht als antippbare Schaltfläche hinterlegt, also nicht so, dass ein Tippen am Handy direkt den Anruf startet.
Startseiten ohne Anruf-Verweis
Ein Tippen auf die Telefonnummer startet dort keinen Anruf.
In dieser Branche ist der Anruf der Punkt, an dem das Geschäft anfängt. Eine Bewertung, ein Besichtigungstermin, ein Verkaufsmandat: das wird besprochen, nicht angeklickt. Wer Inserate schaltet, Portale bespielt und eine Immobilienmakler-Website unterhält, führt auf diesen Moment hin. In gängigen Redaktionssystemen ist der Punkt eine Einstellung, keine Baustelle.
Befund 2: Auf 725 von 1932 Startseiten ist keine Teilen-Vorschau hinterlegt
37,5 Prozent. Die Teilen-Vorschau ist das Kärtchen, das ein Messenger oder ein soziales Netzwerk zeigt, wenn jemand einen Link weiterschickt: ein Bild, ein Titel, ein Satz.
Sie entsteht nicht aus dem, was Besucher sehen, sondern aus ein paar Zeilen im Kopfbereich des Quelltextes. Auf der eigenen Seite sieht man davon nie etwas. Diese Zeilen folgen einer offenen Konvention, dem Open Graph Protocol. LinkedIn nennt sie ausdrücklich als Bedingung dafür, dass beim Teilen überhaupt eine Vorschau entsteht (Make your website shareable on LinkedIn). Fehlen sie, entscheidet die empfangende App, was sie stattdessen anzeigt: die eine nimmt ersatzweise den Seitentitel, die andere die nackte Adresse.
Deshalb wiegt der Befund in dieser Branche schwerer als in anderen. Ein Immobilien-Entscheid wird selten allein gefällt. Der Link geht an den Partner, an die Eltern, an den Miteigentümer, meistens abends, meistens per Messenger. Gemessen ist: Bei 725 Betrieben trägt der Link, der dabei herumgeht, nichts über den Betrieb mit sich.
Befund 3: Auf 700 von 1932 Startseiten fehlt der eigene Beschreibungstext
36,2 Prozent. Gemeint ist der kurze Text, den eine Seite für sich selbst hinterlegt und den Google unter dem blauen Titel anzeigen kann.
Ein fehlender Beschreibungstext lässt kein Loch im Suchergebnis. Google bildet das Ergebnis in erster Linie aus dem Seiteninhalt und greift auf den hinterlegten Text zurück, wenn dieser die Seite besser beschreibt (Snippets in Suchergebnissen verwalten). Der Befund heisst also nicht, dass die Seite unsichtbar wäre. Er heisst: Der erste Satz, den ein Suchender über das Büro liest, ist zusammengesetzt und nicht geschrieben.
Der Text sitzt im selben Kopfbereich wie die Angaben aus Befund 2. Wer SEO für Immobilien anfasst, fängt üblicherweise bei Inhalten und Objektseiten an. Diese Zeile liegt davor, und sie ist ein Eingabefeld.
Die vollständige Auswertung zeigt alle fünfzehn Befunde
Die drei Befunde oben sind eine Auswahl, keine Rangfolge. Hier stehen alle erhobenen Punkte mit Anzahl, Bezugsmenge und Quote.
| Befund | Anzahl | Bezugsmenge | Quote |
|---|---|---|---|
| Telefonnummer lässt sich am Handy nicht antippen | 953 | 1932 erreichbare | 49,3 % |
| Keine anklickbare E-Mail-Adresse | 805 | 1932 erreichbare | 41,7 % |
| Beim Teilen erscheint keine Vorschau | 725 | 1932 erreichbare | 37,5 % |
| Kein eigener Beschreibungstext im Google-Ergebnis | 700 | 1932 erreichbare | 36,2 % |
| Keine erkennbare Hauptüberschrift | 565 | 1932 erreichbare | 29,2 % |
| Kein Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen | 500 | 1932 erreichbare | 25,9 % |
| Kein Symbol im Browser-Tab | 314 | 1932 erreichbare | 16,3 % |
| Tote Links in der Navigation | 144 | 1932 erreichbare | 7,5 % |
| Nicht für Mobilgeräte gebaut | 122 | 1932 erreichbare | 6,3 % |
| Unsichere Inhalte auf einer sicheren Seite | 114 | 1932 erreichbare | 5,9 % |
| Die Domain antwortet gar nicht mehr | 104 | 2300 geprüfte | 4,5 % |
| Kein funktionierendes Sicherheitszertifikat | 66 | 2300 geprüfte | 2,9 % |
| Kein Seitentitel | 41 | 1932 erreichbare | 2,1 % |
| Die Startseite liefert einen Fehler | 41 | 2300 geprüfte | 1,8 % |
| Die Startseite ist für Google gesperrt | 10 | 1932 erreichbare | 0,5 % |
Vier Zeilen brauchen eine Übersetzung. Die Hauptüberschrift ist die Zeile, die eine Seite im Quelltext als ihre oberste Überschrift auszeichnet, also die Zeile, die sagt, worum es auf der Seite geht. Das Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen ist eine maschinenlesbare Liste aller Unterseiten, für Besucher unsichtbar. Unsichere Inhalte auf einer sicheren Seite heisst, dass eine verschlüsselte Seite einzelne Bestandteile unverschlüsselt nachlädt, was Browser mit einer Warnung quittieren können. Und für Google gesperrt heisst, dass die Startseite eine Anweisung trägt, sie nicht in den Suchindex aufzunehmen.
Das heisst: Die Befunde häufen sich nicht dort, wo es teuer wird. Die vier häufigsten sitzen alle an einer Stelle, im Kopfbereich und in den Kontaktangaben der Startseite. Die aufwendigen Punkte, ein Umbau für Mobilgeräte oder ein neues Sicherheitszertifikat, stehen mit 6,3 und 2,9 Prozent weit unten.
Wie Immobilien im Vergleich zu den anderen zehn Branchen dasteht
Dieselbe Messung, dieselben Punkte, nebeneinander gelegt. Über alle elf Branchen zusammen fehlt die antippbare Telefonnummer auf 49,0 Prozent der erreichbaren Startseiten, die Vorschau beim Teilen auf 36,3 Prozent. Die rechte Spalte sagt, auf welchem Platz Immobilien beim jeweiligen Befund unter den elf Branchen steht: Platz 1 heisst am häufigsten betroffen, Platz 11 am seltensten.
| Befund | Immobilien | Am stärksten betroffen |
|---|---|---|
| Telefonnummer nicht antippbar | 49,3 % | Platz 4 von 11 |
| Keine anklickbare E-Mail-Adresse | 41,7 % | Platz 7 von 11 |
| Keine Vorschau beim Teilen | 37,5 % | Platz 5 von 11 |
| Kein Beschreibungstext bei Google | 36,2 % | Platz 3 von 11 |
| Keine erkennbare Hauptüberschrift | 29,2 % | Platz 7 von 11 |
| Kein Inhaltsverzeichnis für Google | 25,9 % | Platz 4 von 11 |
In vier der sechs Vergleichs-Befunde liegt Immobilien über dem Wert aller elf Branchen, in zwei darunter. In keinem einzigen ist die Branche das Schlusslicht. Die Höchstwerte verteilen sich auf verschiedene Branchen: Ohne Teilen-Vorschau steht Treuhand und Recht mit 43,4 Prozent zuoberst, knapp dahinter Garagen mit 42,5 Prozent. Beim fehlenden Beschreibungstext führt Garagen mit 38,1 Prozent. Den Extremwert der ganzen Reihe hält Fitness mit 67,4 Prozent nicht antippbaren Telefonnummern, dahinter Coaches und Berater mit 64,0 Prozent; Treuhand und Recht kommt bei diesem Punkt auf 56,8 Prozent.
Das heisst: Immobilien ist die unauffällige Branche dieser Messung. Kein Ausreisser nach unten, nirgends vorne. Beim Beschreibungstext liegt sie mit 36,2 Prozent an dritter Stelle von elf; das Feld reicht dort von 24,7 bis 38,1 Prozent. Wer als Erster aufräumt, hebt sich damit nicht von einer besonders schwachen Branche ab, sondern von einem Feld, das über alle elf hinweg ähnlich dasteht.
Diese Messung gehört zu einer Reihe über elf Branchen der Ostschweiz. Den Blick über alle Branchen zusammen gibt KMU-Websites Ostschweiz: die häufigsten Fehler. Am anderen Ende des Feldes stehen Fitnessstudio-Websites Ostschweiz und Umzugsfirmen-Websites Ostschweiz.
So prüfen Sie Ihre eigene Website in vier Schritten
953 von 1932 Startseiten, 49,3 Prozent: das ist die Zahl dieser Messung. Über einen einzelnen Betrieb sagt sie nichts. Die Gegenprobe dauert zwei Minuten und braucht das eigene Handy, nicht den Rechner im Büro.
- Die eigene Startseite am Handy öffnen, im Mobilfunknetz und nicht im WLAN.
- Auf die Telefonnummer tippen. Startet der Anruf, oder passiert nichts?
- Den Link an sich selbst schicken, per Messenger oder Mail. Kommt ein Kärtchen mit Bild und Titel an, oder eine nackte Adresse?
- Den eigenen Firmennamen bei Google suchen. Steht unter dem blauen Titel ein Satz, der geschrieben klingt, oder einer, der aus der Seite zusammengeklaubt wurde?
Passiert bei Schritt 2 nichts, ist die Nummer blosser Text. In den gängigen Redaktionssystemen ist das ein Eingabefeld, keine Baustelle: Sie wird als Anruf-Verweis eingetragen.
Fällt Schritt 3 durch, fehlen die Angaben für die Teilen-Vorschau im Kopfbereich des Quelltextes; fällt Schritt 4 durch, der eigene Beschreibungstext, der im selben Kopfbereich sitzt. Beides wird einmal hinterlegt und gilt danach für jeden weitergeschickten Link und jeden Google-Treffer.
Was eine vollständige Prüfung darüber hinaus abdeckt, steht in Was gehört in ein SEO-Audit? Die vier Bereiche. Was eine solche Prüfung in der Schweiz kostet, in Was kostet ein SEO-Audit in der Schweiz?.
Wann das kein Problem ist
Drei Fälle, in denen diese Befunde für einen Betrieb wenig hergeben.
Der Betrieb lebt nicht vom weitergereichten Link. Eine Verwaltung, deren Mandate über Eigentümer-Beziehungen und Ausschreibungen laufen, hat ihre Kette anderswo. Der Link im Messenger ist dort ein Nebenweg, ein fehlendes Vorschau-Kärtchen bleibt ein Schönheitsfehler. Für den antippbaren Telefon-Link gilt das nicht: angerufen wird eine Verwaltung trotzdem.
Das Objekt läuft ohnehin über ein Portal. Der stärkste Einwand kommt aus der Branche selbst. Wer ein Reihenhaus weiterschickt, schickt den Portal-Link, und der trägt seine Vorschau mit, weil das Portal sie liefert. Für die Objekt-Seite hält dieser Einwand. Für den Rest hält er nicht: die Anfrage nach einer Bewertung, die Verkaufsbegleitung, der Referenzfall, die Seite mit dem Team. Das steht nur auf der eigenen Website, und genau solche Links gehen im Bekanntenkreis herum.
Die Messung prüft den Quelltext, nicht die Darstellung. Geprüft wurde, ob die Angaben hinterlegt sind. Ob eine bestimmte App daraus trotzdem etwas zusammenbaut, etwa aus dem Seitentitel, wurde nicht geprüft. 725 heisst deshalb: keine hinterlegte Vorschau.
Alle drei Befunde sitzen an derselben Stelle
Von 2300 geprüften Adressen der Ostschweizer Immobilienbranche lieferten 1932 eine erreichbare Startseite. Auf 953 davon startet ein Tippen auf die Telefonnummer keinen Anruf, auf 725 fehlt die Teilen-Vorschau, auf 700 der eigene Beschreibungstext. Das sind die drei häufigsten von fünfzehn erhobenen Punkten, und sie liegen alle dort, wo die Website einen Interessenten weiterreicht. Gemessen und ausgewertet hat diese Reihe Esteban Martin, der Seonar betreibt.
Immobilien Marketing: was diese Messung zeigt und was nicht
Geprüft wurden im August 2026 alle 2300 Web-Adressen, die für Immobilien- und Liegenschaftsbetriebe der Ostschweiz hinterlegt sind; 1932 lieferten eine erreichbare Startseite. Sie sind ein Ausschnitt aus einer Reihe über 24'328 Schweizer Firmen-Websites in elf Branchen, davon 20'096 erreichbar. Ostschweiz heisst die Region um St. Gallen.
Gemessen hat ein Programm, kein Mensch: Es liest den ausgelieferten Quelltext, also die Zeilen hinter der sichtbaren Seite, und prüft fünfzehn Punkte. Google fragt in seiner Checkliste für hilfreiche Inhalte danach, ob offengelegt wird, wo Automatisierung im Spiel war (Creating helpful, reliable, people-first content). Hier war sie es vollständig.
368 der 2300 Adressen lieferten keine auswertbare Seite: 157 sperrten den automatischen Zugriff aus, 104 antworteten nicht mehr, 66 hatten kein funktionierendes Sicherheitszertifikat, 41 lieferten einen Fehler. Alle Inhalts-Befunde beziehen sich deshalb auf die 1932 erreichbaren Startseiten, die drei Erreichbarkeits-Quoten auf alle 2300 Adressen. Die Liste stammt aus Google-Unternehmensprofilen der Region und ist keine Zufalls-Stichprobe: Wer dort keinen Eintrag hat, fehlt darin.
| Was diese Messung zeigt | Was sie nicht zeigt |
|---|---|
| Ob die Angaben für eine Teilen-Vorschau im Quelltext stehen | Ob deswegen ein Interessent abgesprungen ist |
| Ob die Telefonnummer als antippbare Schaltfläche hinterlegt ist | Ob überhaupt eine Nummer auf der Seite sichtbar ist |
| Ob ein eigener Beschreibungstext hinterlegt ist | Auf welchem Platz ein Büro bei Google steht |
| Wie oft ein Befund in dieser Branche vorkommt | Wie schnell eine Seite lädt |
| Den Stand von August 2026, je Betrieb die Startseite | Was auf den Objekt-Unterseiten steht und ob die Texte etwas taugen |
Gebündelt heisst das: Geprüft ist je Betrieb eine Seite und an ihr nur, ob eine Angabe im Quelltext hinterlegt ist. Ob dieselben Seiten bei zwei Befunden durchfallen, wie es in der eigenen Gemeinde aussieht und in welche Richtung die Herkunft der Liste verschiebt, ist offen. Jede Zahl hier ist eine Quote fehlender Angaben, keine Quote verlorener Aufträge, und die rechnet Seonar nicht hoch. Nicht erhoben wurden Ladezeit, Platzierungen, Verweise anderer Websites und Textqualität. Ob eine Immobilien-Website in KI-Antworten auftaucht, ist ein eigenes Verfahren: Kommt meine Website bei ChatGPT vor? und der Vier-Engine-Test.
Und die Offenlegung im Klartext: Seonar verkauft SEO-Audits. Diese Messung ist dasselbe Werkzeug, mit dem sie entstehen. Wer die Zahlen liest, soll das mitlesen.
Wie ein solcher Befund an einer einzelnen Adresse aussieht, zeigt eine anonymisierte Beispiel-Vorschau.
Beispiel-Vorschau ansehen