Die Kernbefunde
- Auf 9'844 von 20'096 erreichbaren Startseiten (49,0 Prozent) startet ein Tippen auf die Telefonnummer keinen Anruf.
- 8'898 der 20'096 erreichbaren Startseiten (44,3 Prozent) zeigen weder eine anklickbare E-Mail-Adresse noch einen erkennbaren Weg zu einem Kontaktformular.
- 1'179 der 24'328 geprüften Adressen (4,8 Prozent) antworten gar nicht mehr, 707 haben kein funktionierendes Sicherheitszertifikat (2,9 Prozent), 487 liefern eine Fehlerseite (2,0 Prozent).
- Bei der Telefonnummer liegen die elf Branchen zwischen 29,8 und 67,4 Prozent, jeweils gemessen an den erreichbaren Startseiten der Branche.
Gemessen hat ein Prüfprogramm von Seonar, im August 2026 und ohne menschliches Zutun; wie die Messung genau lief und was sie ausdrücklich nicht zeigt, steht unten in einem eigenen Abschnitt.
Befund 1: Auf 49,0 Prozent der erreichbaren Startseiten startet kein Anruf
9'844 von 20'096 erreichbaren Startseiten zeigen eine Telefonnummer, die am Handy nichts tut, wenn man sie antippt.
Startseiten ohne Anruf-Verweis
Über alle elf gemessenen Branchen der Ostschweiz hinweg.
Eine Telefonnummer löst erst dann einen Anruf aus, wenn sie im Quelltext als Verweis hinterlegt ist. Der Quelltext ist der Bauplan, den der Browser von einer Website lädt; ein Besucher bekommt ihn nie zu Gesicht. Der zuständige Standard heisst tel-Schema und ist seit 2004 festgeschrieben (RFC 3966: The tel URI for Telephone Numbers). Fehlt dieser Verweis, steht dieselbe Ziffernfolge auf der Seite und tut beim Antippen nichts. Am Bildschirm sieht man den Unterschied nicht. Am Daumen schon.
Seit der Umstellung auf die Mobile-First-Indexierung zieht Google für Index und Bewertung die mobile Fassung einer Seite heran (Google Search Central: Best Practices für die Mobile-First-Indexierung). Ob und wie sich ein Anruf-Verweis auf die Platzierung auswirkt, sagt diese Messung nicht.
Befund 2: Auf 8'898 von 20'096 erreichbaren Startseiten fehlt der anklickbare Weg zum Kontakt
Auf 8'898 der 20'096 erreichbaren Startseiten fand die Messung weder eine anklickbare E-Mail-Adresse noch einen erkennbaren Verweis auf ein Kontaktformular.
Der Besucher muss die Adresse dann von Hand abtippen oder sich die Kontaktseite selbst suchen. Befund 1 und Befund 2 treffen denselben Moment: den Augenblick, in dem jemand den Weg zum Betrieb gehen will.
Befund 3: Bei 1'179 von 24'328 Adressen antwortet die Domain gar nicht mehr
1'179 der 24'328 geprüften Adressen antworteten beim Abruf überhaupt nicht mehr, das sind 4,8 Prozent. Dort kam die Messung nie bis zum Inhalt.
Zwei weitere Befunde stehen auf derselben Bezugsmenge und halten den Besucher ebenfalls vor der Tür auf. 707 Adressen (2,9 Prozent aller 24'328) hatten kein funktionierendes Sicherheitszertifikat; das ist die Verschlüsselung, ohne die der Browser eine Warnseite vorschaltet statt der Website. 487 Adressen (2,0 Prozent) lieferten eine Fehlerseite. Ob und wie stark sich diese drei Gruppen überschneiden, hält die Auswertung nicht fest, deshalb steht hier keine Summe.
Diese Adressen stehen in einem Google-Unternehmensprofil und werden dort als Website des Betriebs angeboten. Wer sie antippt, landet bei einer Warnung, einer Fehlermeldung oder gar nichts.
Die vollständige Auswertung zeigt fünfzehn Befunde, nicht drei
Eine Auswahl von drei Befunden liest sich schnell als Rangfolge der Wichtigkeit. Sie ist keine. Hier steht die ganze Messung, alle fünfzehn Befunde, sortiert nach Häufigkeit.
Vier Begriffe der Tabelle brauchen vorab eine Übersetzung. Die Vorschau beim Teilen ist das Kärtchen mit Bild und Titel, das erscheint, wenn jemand den Link in WhatsApp oder LinkedIn einfügt. Der Beschreibungstext ist der zweizeilige Text unter dem blauen Link im Google-Ergebnis; fehlt er, sucht sich Google selbst einen Satz von der Seite. Das Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen ist eine Liste aller Unterseiten, die eine Website zum Abholen bereitlegt. Und unsichere Inhalte auf einer sicheren Seite heisst, dass eine verschlüsselte Seite einzelne Bilder oder Skripte unverschlüsselt nachlädt.
| Befund | Anzahl | Bezugsmenge | Quote |
|---|---|---|---|
| Telefonnummer lässt sich am Handy nicht antippen | 9'844 | erreichbare Startseiten (20'096) | 49,0% |
| Keine anklickbare E-Mail-Adresse | 8'898 | erreichbare Startseiten (20'096) | 44,3% |
| Beim Teilen erscheint keine Vorschau | 7'300 | erreichbare Startseiten (20'096) | 36,3% |
| Kein eigener Beschreibungstext im Google-Ergebnis | 6'670 | erreichbare Startseiten (20'096) | 33,2% |
| Keine erkennbare Hauptüberschrift | 6'045 | erreichbare Startseiten (20'096) | 30,1% |
| Kein Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen | 5'009 | erreichbare Startseiten (20'096) | 24,9% |
| Kein Symbol im Browser-Tab | 3'335 | erreichbare Startseiten (20'096) | 16,6% |
| Tote Links in der Navigation | 1'529 | erreichbare Startseiten (20'096) | 7,6% |
| Nicht für Mobilgeräte gebaut | 1'304 | erreichbare Startseiten (20'096) | 6,5% |
| Unsichere Inhalte auf einer sicheren Seite | 1'236 | erreichbare Startseiten (20'096) | 6,1% |
| Die Domain antwortet gar nicht mehr | 1'179 | alle Adressen (24'328) | 4,8% |
| Kein funktionierendes Sicherheitszertifikat | 707 | alle Adressen (24'328) | 2,9% |
| Die Startseite liefert einen Fehler | 487 | alle Adressen (24'328) | 2,0% |
| Kein Seitentitel | 296 | erreichbare Startseiten (20'096) | 1,5% |
| Die Startseite ist für Suchmaschinen gesperrt | 88 | erreichbare Startseiten (20'096) | 0,4% |
Das heisst: Die Reihenfolge ist eine Häufigkeit, keine Rangfolge der Wichtigkeit. Ein fehlendes Symbol im Browser-Tab betrifft 3'335 Startseiten und ist etwas anderes als die 88 Startseiten am unteren Ende, auf denen im Quelltext die ausdrückliche Bitte an die Suchmaschinen steht, die Seite nicht aufzunehmen.
Bei der Telefonnummer liegen die elf Branchen zwischen 29,8 und 67,4 Prozent
Der Gesamtwert von 49,0 Prozent ist die langweiligste Zahl der Auswertung. Aufgeteilt auf die elf Branchen zerfällt er in eine Spannweite von 29,8 bis 67,4 Prozent, jeweils gemessen an den erreichbaren Startseiten der jeweiligen Branche. Zwischen der obersten und der untersten liegen 37,6 Prozentpunkte für denselben Handgriff, und beide Enden hatten dieselben Jahre Zeit dafür.
Kein anderer Befund spreizt sich so weit. Beim E-Mail-Kontakt liegen die elf Branchen 18,8 Punkte auseinander (34,2 bis 53,0 Prozent), bei der Vorschau beim Teilen 17,8 (25,6 bis 43,4), beim Beschreibungstext 13,4 (24,7 bis 38,1), beim Inhaltsverzeichnis 11,9 (19,3 bis 31,2) und bei der Hauptüberschrift 11,6 (21,9 bis 33,5). Der Abstand bei der Telefonnummer ist doppelt so gross wie der nächstgrösste.
Eine Deutung liegt nahe, und sie ist keine Messung. Unten stehen die Branchen, in denen ein Auftrag mit einem Anruf beginnt: Umzugsfirmen mit 29,8 Prozent, Praxen und Kliniken mit 33,4, Reinigungsfirmen mit 39,7. Oben stehen jene, deren Erstkontakt über ein Formular, einen Buchungskalender oder ein Portal laufen soll: Fitnessstudios mit 67,4 Prozent, Coaches und Berater mit 64,0, Treuhand und Recht mit 56,8. Gemessen wurde etwas Engeres, nämlich ob die Nummer ein Verweis ist.
Der stärkste Einwand dagegen arbeitet mit denselben Zahlen. Vielleicht zeigt die Rangliste gar keine Branche, sondern einen Baukasten: Setzt ein bei Umzugsfirmen verbreiteter Anbieter den Anruf-Verweis von Haus aus, dann steht unten in der Liste seine Vorlage und nicht die Einsicht der Inhaber. Die Messung erfasst Domains, keine Agenturen, und kann beides nicht auseinanderhalten. Der Einwand hält. Am Handgriff ändert er nichts: Ob eine Vorlage den Unterschied macht oder eine Entscheidung, der Daumen des Besuchers merkt ihn gleich.
Bau und Handwerk, mit 5'555 Adressen und 4'657 erreichbaren Startseiten die grösste der elf Branchen, liegt mit 46,1 Prozent im Mittelfeld. Woher die Spannweite kommt, sagt diese Messung nicht: Betriebsgrösse, Budget und Alter der Websites wurden nicht erhoben.
Diese Auswertung fasst elf Branchen zusammen. Jede einzelne hat eine eigene Auswertung mit allen fünfzehn Befunden dieser Branche: Handwerker-Websites Ostschweiz, Immobilien-Websites Ostschweiz, Garagen-Websites Ostschweiz, Treuhänder-Websites Ostschweiz, Coiffeur-Websites Ostschweiz, Fitnessstudio-Websites Ostschweiz, Fahrschul-Websites Ostschweiz, Reinigungsfirmen-Websites Ostschweiz, Umzugsfirmen-Websites Ostschweiz, Zahnarzt-Websites Schweiz und Berater-Websites Ostschweiz.
So prüfen Sie Ihre eigene Website in vier Schritten
9'844 von 20'096 erreichbaren Startseiten, 49,0 Prozent: das ist die Zahl dieser Messung. Über ein einzelnes Unternehmen sagt sie nichts. Die Gegenprobe dauert zwanzig Sekunden und braucht kein Werkzeug, nur das eigene Handy.
- Den eigenen Betrieb bei Google suchen und die Adresse aus dem Unternehmensprofil antippen, nicht das Lesezeichen im Browser. Genau diesen Weg nimmt ein Interessent.
- Prüfen, ob die Startseite überhaupt lädt, im Mobilfunknetz statt im WLAN. Eine Warnung, eine Fehlermeldung oder gar keine Antwort ist der Befund aus Abschnitt drei.
- Auf die Telefonnummer tippen. Startet der Anruf, oder passiert nichts?
- Den Weg zum Kontakt auf der Startseite suchen. Steht dort eine anklickbare E-Mail-Adresse oder ein erkennbarer Verweis auf ein Kontaktformular, ohne dass man erst ins Menü muss?
Passiert bei Schritt 3 nichts, fehlt der hinterlegte Verweis. Das ist in den gängigen Redaktionssystemen eine Einstellung und keine Baustelle: Die Nummer wird als Anruf-Verweis hinterlegt statt als blosse Ziffernfolge. Wie aufwendig das im Einzelfall ist, hängt vom eingesetzten System ab und wurde hier nicht erhoben.
Fällt Schritt 1 oder 2 durch, kehrt sich die Reihenfolge um: Erst muss die Adresse wieder antworten, danach lohnt jeder weitere Handgriff. Und fällt Schritt 4 durch, liegt der Kontakt vermutlich eine Seite tiefer im Menü. Auf der Startseite wird er dann trotzdem nicht angeboten, und genau das hat die Messung gezählt.
Was eine vollständige Prüfung darüber hinaus abdeckt, steht in Was gehört in ein SEO-Audit? Die vier Bereiche. Was eine solche Prüfung in der Schweiz kostet, in Was kostet ein SEO-Audit in der Schweiz?.
Wann das kein Problem ist
Drei Fälle, in denen der Befund für einen Betrieb nicht zählt.
Erstens: Wer seine Aufträge über Ausschreibungen, Rahmenverträge oder eine gewachsene Stammkundschaft bekommt. Die Startseite ist dann ein Nebenweg, und ein Nebenweg darf holprig sein.
Zweitens: Wer den Erstkontakt bewusst steuert. Ein Studio, das Probetrainings über ein Formular vergibt, und ein Berater, der seinen Kalender selbst füllt, wollen den spontanen Anruf nicht. Genau diese beiden Branchen stehen mit 67,4 und 64,0 Prozent an der Spitze der Rangliste, und für einen Teil der Betriebe darin ist das eine Entscheidung und kein Versäumnis.
Drittens: Wer seine Anrufe über den Google-Eintrag bekommt. Dort steht die Nummer mit einem eigenen Anruf-Knopf, und wer ihn antippt, öffnet die Website nie.
Die drei Ausnahmen haben eine gemeinsame Bedingung: Sie gelten für Betriebe, die wissen, woher ihre Anfragen kommen. Wer das nicht weiss, hat den Befund nicht ausgeschlossen, sondern nur nicht geprüft.
KMU-Digitalisierung: was diese Messung zeigt und was nicht
Geprüft wurden 24'328 Web-Adressen aus den Google-Unternehmensprofilen von Betrieben aus elf Branchen, geerntet im Juli und August 2026; 20'096 davon lieferten eine erreichbare Startseite.
Zehn Branchen sind regional gezogen: St. Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden plus die angrenzenden Kantone Zürich, Schwyz, Glarus, Graubünden und Schaffhausen. Die elfte, Praxen und Kliniken für selbst gewählte Behandlungen, wurde gesamtschweizerisch gezogen und stellt 2'443 der 20'096 erreichbaren Startseiten. In jedem Gesamtwert steckt dieser Teil mit drin; weil sich mit der Region auch die Branche ändert, ist kein Vergleich Ostschweiz gegen den Rest der Schweiz möglich.
Gemessen hat ein Prüfprogramm, ohne menschliches Zutun: je Betrieb die Startseite, die beiden Dateien für die Suchmaschinen und bis zu fünfzehn Links aus der Navigation. Google fragt in seiner Checkliste für hilfreiche Inhalte ausdrücklich danach, wie stark Automatisierung im Spiel war (Google Search Central: Hilfreiche Inhalte erstellen). Hier war sie es vollständig.
Die Quoten stehen auf zwei Bezugsmengen: Ob eine Domain antwortet, lässt sich bei allen 24'328 Adressen prüfen, alles auf der Startseite nur bei den 20'096. Die Adressen sind zudem kein Zufalls-Sample. Wer kein Google-Unternehmensprofil hat oder dort keine Website hinterlegt, fehlt in diesen 24'328, und in welche Richtung das verschiebt, ist offen.
| Was die Messung zeigt | Was sie nicht zeigt |
|---|---|
| Ob im Quelltext der Startseite ein Anruf-Verweis hinterlegt ist | Ob deswegen eine Anfrage bei einem anderen Betrieb landete |
| Ob die Startseite einen anklickbaren Weg zum Kontakt anbietet | Ob eine Unterseite ein Kontaktformular führt |
| Ob die Domain antwortet und ein Zertifikat liefert | Ob der Betrieb inzwischen unter einer anderen Adresse erreichbar ist |
| Wie verbreitet ein Befund in einer Branche ist | Auf welchem Platz ein Betrieb bei Google steht |
| Den Stand von August 2026 | Ladezeit, Verweise von anderen Websites und die Qualität der Texte |
Zur Offenlegung: Seonar verkauft SEO-Audits, also bezahlte Prüfungen von Websites. Diese Zahlen sind gleichzeitig eine Bestandsaufnahme und ein Verkaufsargument. Gemessen und ausgewertet hat diese Studie Esteban Martin, der Seonar von St. Gallen aus betreibt.
Wie ein solcher Befund an der eigenen Website aussieht, zeigt eine anonymisierte Beispiel-Vorschau auf zwei Seiten.
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